Marcillac (Weinbaugebiet)

Marcillac (Weinbaugebiet) als Teil der Weinanbauregion Sud-Ouest hat Rebflächen bei Clairvaux-d'Aveyron und in weiteren Weinorten der Appellation Marcillac. Das Weinbaugebiet Marcillac befindet sich im Nordosten der Weinbau-Region Sud-Ouest in Südwest-Frankreich. Von den Weinbergen Marcillac in Midi-Pyrenees sind es etwa 20 km nordöstlich bis zur Stadt Rodez.

Weine, Lagen in Marcillac

Die Herkunftsbezeichnung Marcillac AOC wurde dem Weinanbau-Gebiet Marcillac erst am 2. April 1990 verliehen. Damit wurde aus der Herkunftsbezeichnung Marcillac VDQS eine Appellation d'Origine Contrôlée (kurz AOC) klassifiziert. Die Marcillac-Weinberge umfassen ca. 150 Hektar Rebfläche. Marcillac-Reben stehen in den Weinbaugemeinden Marcillac-Vallon, Balsac, Clairvaux-d'Aveyron, Goutrens, Mouret, Nauviale, Pruines, Salles-la-Source, Saint-Cyprien-sur-Dourdou, Saint-Christophe-Vallon und Valady (alle im Département Aveyron gelegen). Die kleinen südfranzösischen Weinorte entstanden grösstenteils zur Zeit der Römer.Die Weinbauern von Marcillac und den anderen Gemeinden profitierten von der Präsenz des Klosters von Conques mehrfach, denn das Wissen um den Wein, seine Herstellung und Lagerung und nicht zuletzt auch Wein-Konsum und Wein-Marketing war für die Mönche Teil ihres Alltags.
Die Rebgärten im Weinbaugebiet Marcillac liegen an steilen Hanglagen im Vallon de Marcillac – die Rebstöcke reichen bis in eine Höhe von 400 m ü. NN. und konnten zumindest früher nur in Handarbeit kultiviert werden. Im Jahre 1852, mit 2398 Hektar Anbaufläche waren die Weinberge von Marcillac auf ihrem Höhepunkt. Es folgte die Katastrophe mit der Vernichtung sämtlicher Reben durch die reblaus und der schwierige Weideraufbau nach den zwei Weltkriegen etwa ab 1960. Auch heute ist die Arbeit im Weinberg in Marcillac körperlich sehr anstrengend. Nur durch den Mut und die Hartnäckigkeit einiger Winzer wurde die Anerkennung einer kontrollierten Herkunftsbezeichnung als AOC-Anbaugebiet Marcillac erreicht. Immerhin 7400 hl Marcillac-Weine, davon fast 7000 hl Rotwein werden heutzutage in den Weinbergen bei Marcillac produziert.

Rotwein aus Marcillac

Der Rotwein mit einem Mindestalkoholgehalt von 10 Volumenprozent wird aus der roten Rebsorte Fer Servadou, die hier Mansoi genannt wird gekeltert. Der Mindestanteil an Fer-Servadou-Reben muss mindestens 90% betragen. Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot werden wegen ihres geringen Anteils als so genannte Nebensorten verschnitten. Die Erntemenge für Marcillac-Rotweine ist auf 50 Hektoliter / Hektar beschränkt.
Die Haupt-Rebsorte für Marcillac-Rotwein, die Fer-Rebe hat kräftige Tannine, weshalb rote Marcillac-Weine auch für einen Barriqueausbau eignen. Viele Winzer in Marcillac tun sich allerdings schwer mit Barrique-Fassreife, weil nach ihrer Überzeugung der rote Weine aus Marcillac seine Typizität und seinen Charakter verliert. Rot-Weine aus Marcillac bilden im Bukett und im Körper bei solider Tanninstruktur eine schöne Frucht, die an Johannisbeere und Himbeere erinnert. Marciallac-Rotweine (Vins rouge de Marcillac) erreichen ihre Reife nach drei bis fünf Jahren im Weinkeller oder im Weinregal.

Roséweine aus Marcillac

Roséweine aus Marcillac sollten nicht unerwähnt bleiben, auch oder gerade weil sie nur in geringen Mengen aus den gleichen Rebsorten erzeugt werden. Rosé aus Marcillac sollte jung genossen werden. Nur 400 Hl Marcillac-Rosé kommen pro Saison in den Handel.

Klima / Mikroklima in Marcillac

Aufgrund der Geographie der Umgebung ist das Mikroklima im Weinanbau-Gebiet Marcillac von einer Mischung mediterraner, atlantischer und kontinentaler Klimafaktoren geprägt. Während im Winter kontinentalen Faktoren wetterbestimmend sind, überwiegen während der Traubenreife im Sommer mediterrane Einflüsse. Trotz der südlichen Lage von Marcillac und einer jährlichen Sonnenscheindauer von fast 2200 Stunden ist die mittlere Jahrestemperatur im Weingebiet Marcillac vergleichsweise niedrig. Die Winzer in Marcillac informieren sich über Wetteränderungen bei der Wetterstation der nahegelegenen Stadt Rodez.